Was ist Osteopathie?

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Warum ist das so und was ist Osteopathie wirklich?

Wie einer meiner Lehrer an der Wiener Schule für Osteopathie (WSO) in seinen Vorträgen betont hat, ist die Osteopathie keine Methode sondern eine Schule. Diese wurde 1874 vom Amerikaner Andrew Tayler Still ins Leben gerufen und von seinen Schülern nach Europa gebracht und hier weiterentwickelt. Jeder, der diese Schule besucht und eine 4-7 jährige Ausbildung absolviert, ist Osteopath.

Osteopath zu sein heißt aber nicht nur eine entsprechende (in Österreich wissenschaftliche) Ausbildung zu haben, sondern (und vor allem!) die gelernten Behandlungstechniken im Sinne der osteopathischen Idee bzw. Lehre zu verwenden.
Das wiederum bedeutet,

  • die Philosophie der Osteopathie verstanden und
  • die Kunstfertigkeit erlernt zu haben,
nicht nur Krankheit, sondern vor allem Gesundheit beim Patienten ausfindig zu machen. Die Kunst des Osteopathen liegt damit auch in der jahrelangen trainierten Fähigkeit, mit seinen Händen geringste Spannungsunterschiede zu ertasten, diese in Verbindung mit Beschwerdesymptomen zu bringen und eine dementsprechende Behandlung durchzuführen.
Ziel einer osteopathischen Behandlung ist es, mittels verschiedenster Behandlungstechniken kranke oder beeinträchtigte Körperbereiche (Muskeln, Gelenke, Organe) zu behandeln und darüber hinaus auch damit verbundene gesunde Bereiche zu behandeln und zu aktivieren, damit der Körper selbst in seiner Selbstheilungskraft unterstützt wird.

Nur in diesem Zusammenhang werden manche der oft gebräuchlichen Definitionen für Osteopathie verständlich:

  • Osteopathie ist eine Schule.
  • Osteopathie ist Wissenschaft, Philosophie und Kunst.
  • Osteopathie aktiviert die Selbstheilungskräfte
  • Osteopathie ist eine ganzheitliche Behandlung (Behandlungstechniken)